Entspannte Atmo + Gute Musik = Haldern
15.08.2008 · 0 Kommentar(e)
Ja ja, ich bin ein bisschen spät dran. Eine Woche ist nun meine Premiere beim Haldern Pop Festival bereits her und ich habe noch nichts geschrieben. Das will ich aber jetzt nachholen.
Im Vorfeld habe ich ein entspanntes und ruhiges Festival mit vielen guten Bands erwartet. Aber wie war es nun? Eigentlich musste es doch gut werden, nach den Vorschusslorbeeren von allen Seiten. Meistens ist es ja dann so, wenn etwas hochgelobt ist und die Erwartungshaltung dementsprechend wächst, ist man nachher enttäuscht. Das war beim Haldern Pop aber nicht so. Das Gelände war klein, die Leute super nett und gut drauf, der Campingplatz überschaubar und das Beste war, dass man direkt neben seinem Auto campen konnte. Das Beste? Nein, natürlich nicht, das Beste waren die Bands.
Am Donnerstag ging es direkt mit einem Kracher los. Die Foals kamen kurz nach einem starken Regenschauer auf die Bühne und haben so gut wie alles weg gehauen. Grandios kann ich dazu nur sagen. Ich konnte gar nicht so hoch springen, wie ich wollte. Getanzt wurde bis zum Umfallen, da störten auch die nassen Klamotten nicht mehr. Ich war begeistert und die Foals sollten mein Highlight auf dem Haldern Pop werden. Direkt danach spielten die Flaming Lips mit zahlreichen Teletubbies auf der Bühne und einer super Show. Musikalisch haben sie mich allerdings nicht unbedingt überzeugen können, was aber vielleicht nur daran lag, dass ich von den Foals noch so begeistert war.
Den Freitag haben wir nach dem Donnerstag etwas ruhiger angehen lassen, was nicht unbedingt an der Erschöpfung lag, sondern vielmehr an den riesigen Regenwolken, die Gewitter und ein paar Stunden Regen von oben brachte. Der erste Act wurde dann „Joan As Police Woman“ um kurz vor sieben Uhr abends. Ehrlich gesagt hätte man sich das aber auch sparen können, denn ich fand die Sängerin sehr nervig. Irgendjemand brachte es ziemlich gut auf den Punkt, „sie ist so jemand, der auf Partys immer zu laut ist“. Besser machten es dann Kula Shaker, die mich von Platte nie so wirklich überzeugen konnten. Klar, sie haben einige gute Lieder, die man sich anhören kann, aber nichts wozu ich abgehen könnte. Live dagegen haben sie das besser hinbekommen.
Anschließend kamen die Guillemots auf die Bühne, die leider ganz schön mit Tonproblemen zu kämpfen hatten. Teilweise fiel der Ton auf der Hauptbühne komplett aus. Schade eigentlich, ich glaube sie hätten mir gefallen. Später bei Kate Nash hatten sie das Problem anscheinend wieder gut im Griff. Der Ton passte und Kate wusste auch zu überzeugen. War für mich eine gute Einstimmung auf die Editors. Weniger von der Musik, als von der Laune. Denn ich war eher skeptisch wie ich die Editors finden werde. Generell find ich sie gut, aber ich habe sie ne Zeit lang bis zum Umfallen gehört. Gekrönt wurde das von einem grandiosen Konzert in der Kölner Kulturkirche. Daran kam das Set vom Haldern zwar nicht heran, aber den Auftritt vom letztjährigen Hurricane Festival und dem Konzert in der Live Music Hall, ließ es trotzdem hinter sich.
Bei guten Wetter und warmen Temperaturen, sollte es am Samstag etwas früher losgehen. Um 14:50 Uhr starteten wir direkt mit „The Dodos“. Auf die war ich schon sehr gespannt, entdeckt habe ich sie nämlich über mySpace und dort klangen sie verheißungsvoll. Das heißt erfahrungsgemäß ja nicht besonders viel. Meine Meinung zu den beiden sehr unterschiedlichen Jungs, sollte sich nach dem Haldern Pop aber auch nicht geändert haben, und wenn dann nur ins Positive. Besonders begeistert hatte mich der Schlagzeuger mit seinem Pornobalken. Direkt danach kam für mich noch eine große Überraschung: The Heavy. Eine englische Band mit einem farbigen Sänger, der ordentlich Laune machte und mit seiner Stimme eine ordentliche Ladung Soul in die Musik brachte. Hat richtig Spaß gemacht, aber ich fürchte von Platte werden sie mir nicht so gut gefallen.
Anschließend ging es aber erst mal wieder zurück. Ein bisschen was trinken und Essen musste her. Einige dachten sich kulinarische Neuheiten wie Bockwurst mit Sahne aus, schlecht kann das aber auch nicht geschmeckt haben, er sah danach recht zufrieden aus, nachdem er ein Schluck Bier mit Sahnehaube genommen hatte.
Als wir dann wieder zum Gelände gingen, war das Festival auch leider schon vorbei. The National und Maximo Park sollten noch folgen. Beide fand ich aber auch „nur“ gut. Bei The National hat der Sänger irgendwie einen komischen Eindruck auf mich gemacht, er schien bei jedem Lied, auf die selbe weise in sein Mikro kriechen zu wollen. Bei Maximo Park war es wohl der Maßstab, ich habe sie letztes Jahr im Rahmen der Coca Cola Soundwave Tour gesehen und fand das Konzert ziemlich gut, da kamen sie beim Haldern leider nicht ran. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie technische Probleme mit ihrem Keyboard hatten, dass sie nicht die volle Power ihrer Songs entfalten konnten.
Ja und nun mein Fazit: ich fand es in Haldern wirklich super. Es könnte sogar dem Hurricane den Rang ablaufen. Da sind zwar die größeren Bands, aber diese entspannte Atmosphäre und die kurzen Wege sind nicht zu unterschätzen. Auch das Spiegelzelt, wo ich leider nur einmal kurz drin war, ist gelungen und schafft eine super Stimmung. Ich glaube ich kann sagen, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein werde. Vielleicht dann bei richtig gutem Wetter, auch wenn es dieses Jahr gar nicht so schlimm war. Nur der kräftige Regenschauer am Donnerstag und die drei bis vier Stunden Regen am Freitag waren ein bisschen blöd.





