"Ein El Dorado aus Staub"
24.06.2008 · 2 Kommentar(e)
Tja, jetzt ist das Hurricane Festival 2008 auch wieder Geschichte. Man freut sich fast ein ganzes Jahr lang darauf, man hat ein halbes Jahr vorher schon sein Ticket und dann ist alles innerhalb von vier Tagen vorbei.
Zurück bleiben nur dreckige Klamotten, ein abhanden gekommenes Campingbesteck, eine verbrannte Nase und ganz wichtig natürlich, es bleiben auch eine Menge Erinnerungen zurück. Wieso tut man sich das ganze überhaupt an? Wie soll man jemandem erklären, dass man sich jedes Jahr wieder in den Dreck stürzt, sich tagelang nicht richtig waschen kann, von einem erholsamen Schlaf mal ganz zu schweigen, der Alkohol-Konsum ins Unermessliche steigt und das ganze dann auch noch ein Heidengeld kostet. Glücklicherweise ist das ganze noch garniert mit einer Menge Spaß, vielen neuen Bekanntschaften und natürlich einem Haufen guter Bands. So kann man es auch einem Nicht-Festival-Gänger näher bringen oder zumindest verständlich machen.
Das diesjährige Hurricane Festival könnte man genau so beschreiben wie es Arte in seiner Doku 2006 getan hat, und zwar als „El Dorado aus Staub“. Die Wettervorhersagen waren im Vorfeld alles andere als gut, Regenschauer und an manchen Tagen nur Temperaturen bis zu 18 Grad. Ein Glück, dass ich trotzdem eine kurze Hose angezogen habe, wofür ich mich vorher selber für bekloppt erklärt habe. Es erwies sich allerdings als eine gute Entscheidung, denn das Wetter hätte gar nicht besser sein können. Tagsüber war es warm mit viel Sonne und einigen Wolken und nachts kühlte es angenehm ab, so dass man sich in seinem Zelt nicht wie Gemüse im Dampfgarer fühlte. Am Sonntag beunruhigte nur kurz die Nachricht, dass es eine Unwetterwarnung gäbe und man entsprechende Vorkehrungen treffen solle. Erinnerungen vom Hurricane 2006 kamen auf, welches am letzten Abend grandios abgesoffen ist und der Headliner Muse gar nicht mehr erst auftreten konnte. Aber wer hatte auch 2006 gedacht, dass diese Wolkenberge das Gelände innerhalb von einer halben Stunde knietief unter Wasser setzen sollten? Damals wurden natürlich keine Vorkehrungen getroffen. Wieso auch? Es war die letzten Tage ziemlich heiß, so wie dieses Jahr auch. Den Fehler wollten wir dieses Jahr nicht machen und brachten die wichtigsten Sachen schon mal ins Auto. Zum Glück traf das angekündigte Unwetter das Festivalgelände erst gar nicht. Denn bis auf einen 15 minütigen Regen kam nichts runter. Dieser wurde eher als erfrischend empfunden und der ganze Staub kam endlich mal runter. Auch über die riesigen Wolken und das schöne Lichtspiel freute man sich, denn das passte perfekt zu der tollen Lichtshow von Radiohead.
Aber nicht nur die Lichtshow von Radiohead war gut. Es gab noch zahlreiche andere gute Bands, die gefallen haben. Black Rebel Motorcycle Club zum Beispiel, auch wenn ich sie nicht ganz sehen konnte, ein Bier getränkter Rücken, Hose und Jacke kamen dazwischen. Im Dunkeln wäre BRMC sicherlich noch besser gewesen, gut waren sie trotzdem, auch mit neuer Schlagzeugerin. The Wombats, The Enemy und The Pigeon Detectives wussten natürlich auch zu überzeugen. Drei gute englische Indiebands direkt hintereinander, was will man mehr? Warum ich mir allerdings die Beatsteaks nochmal angesehen habe, weiß ich nicht mehr. Habe sie doch letztes Jahr schon dreimal gesehen, dazu war die Show genau die gleiche und der Sound war auch noch mies. Besser gemacht haben es dagegen The Kooks. Die habe ich vor zwei Jahren mal im Kölner E-Werk gesehen. Vielleicht waren es auch die ganzen kreischenden Mädels, aber ich war damals von deren Livedarbietung ziemlich enttäuscht. Entweder war es diesmal die sichere Entfernung zur Bühne oder sie sind einfach besser geworden. Auf jeden Fall fand ich The Kooks bei ihrem Auftritt beim Hurricane ziemlich gut.
Tja, das waren auch schon die Bands die ich mir „intensiv“ angesehen habe. So nebenbei habe ich noch was von Tocotronic, Razorlight, Foo Fighters und Billy Talent mitbekommen, aber da kann ich mir eigentlich kein Urteil zu bilden, war einfach zu kurz. Ist aber glaub ich auch gar nicht so schlimm. Bei zwei Bands die ich verpasst habe, würde ich mich unter normalen Bedingungen aber doch ärgern. Da wären zum einen Maximo Park und die Foals. Letztere sind erst gar nicht beim Hurricane erschienen, da sie mit ihrem Tourbus in Frankreich liegen geblieben waren. Aber was ich eigentlich sagen wollte, beide Bands spielen auch beim Haldern Pop Festival und glücklicherweise liegt hier auf meinem Schreibtisch eine Karte dafür.
Wie auch immer, es war ein super Festival und nächstes Jahr bin ich mit Sicherheit auch wieder dabei.





Die waren ein GROSSER Bestandteil des Festivals.